Nachdem ich mich etwas von den letzten Tagen erholen konnte, stand mein zweites großes Highlight bevor. Mit wilden Delphinen schwimmen. Diese Tour hatte ich bereits schon in Deutschland gebucht, da diese Touren recht schnell ausgebucht sind.
Kaikoura – Dolphin Encounter
Kaikoura ist der perfekte Ort, um Delphine oder Wale zu beobachten. Nicht weit weg von Christchurch liegt es an der Ostküste der Südinsel.
Der Ort bietet verschiedene Touren mit den Meeressäugern. Ich wollte unbedingt so nah wie möglich mit den Delphinen sein und buchte die Tour inklusive Schwimmen.
Der frühe Vogel
Es ging bereits um 5 Uhr morgens los, da die Delphine am frühen morgen wohl am aktivsten sind. Es war alles ganz professionell und wir wurden alle erstmal eingewiesen, wie wir uns den Delphinen gegenüber zu verhalten haben. Ich bekam einen dicken Neoprenanzug mit Haube, Flossen und ein Schnorchelset. Außerdem hatte ich eine GoPro geliehen, um auch unter Wasser Aufnahmen machen zu können.
Dann ging es los und wir fuhren mit dem Boot raus aufs offene Meer. Ich war schon ganz aufgerergt. Die Sonne ging gerade auf und es war ein mega toller Anblick. Das Meer war unruhig und ich musste paarmal tief atmen, dass es mir nicht übel wurde.
Wir fuhren vielleicht 20 min bis wir die ersten Delphine sehen konnten. Es waren bestimmt 50 von ihnen, sogenannte Dusky Dolphins. Sie können bis zwei Meter lang werden und bis zu 90 Kilo schwer.
Aufregung pur
Dann ertönte das Signal für uns, um ins Wasser zu gehen. Das Wasser war eiskalt, trotz des Neoprenanzugs, konnte ich die Kälte vor allem an Füssen und Händen spüren. Das Meer war noch etwas dunkel und somit schaute ich erstmal oberhalb des Wassers nach den Delphinen. Ich war so aufgeregt, aber auch etwas ängstlich, muss ich zugeben. Ich war angespannt, vielleicht hätte ich mit einem Delphin kollidieren können, dachte ich. Oder erschrecke mich, wenn plötzlich einer vor mir auftaucht. Das Wasser war leider trüb, somit hatte ich keine gute Sicht was sich alles unter mir oder neben mir abspielte.
Delphine hautnah
Es dauerte nicht lang, da schwamm ein Pärchen direkt an mir vorbei. So nah, dass ich sie fast hätte berühren können. Wenn man seine Hand ausgestreckt hätte, denke ich, wäre das auch passiert. Ich hatte großen Respekt vor diesen schönen Tieren und erstarrte förmlich immer, wenn ich einen oder mehrere vor mir hatte.
Uns wurde gesagt, dass die Delphine auf Laute reagieren und wir sollten Geräusche von uns geben. Dann würden sie neugierig sein und näher kommen. Wir waren bestimmt 20 Leute im Wasser, die alle irgendwelche Laute von sich gegeben haben. Durch die Schnorchel klang das ziemlich lustig. Ich habe damit aber irgendwann aufgehört und trotzdem viele Delphine um mich rum gehabt.
Delphinschwarm überall
Es war immer wieder spannend, abzuwarten, wann der nächste an mir vorbei schwimmt oder mich sogar umkreist. Ich habe auch eine Mutter mit ihrem Jungen direkt unter mir vorbeischwimmen sehen. Es gab kleine und größere Delphine. Es war so cool, teilweise waren die Delphine gleichzeitig, unter mir, neben mir und vor mir. Man musste schnell sein, um sie zu sehen, da sie ziemlich zügig waren. Richtig faszinierend war es auch, wenn die Delphine direkt vor mir aufgetaucht sind oder sogar gesprungen.
Insgesamt waren wir 4 mal im Wasser und davon jedesmal fast 20 Minuten. Da die Delphingruppe natürlich immer weiter gezogen ist, sind wir mit dem Boot hinterher gefahren. Schüchtern waren die Meeressäuger keinesfalls, im Gegenteil, ich hatte den Eindruck sie hatten Spaß zwischen uns hindurch zu schwimmen. Keine Ahnung was ein Delphin denkt, wenn er auf jaulende, schwarze Gestalten mit Flossen, trifft. Wahrscheinlich lacht er uns aus oder versucht die komischen Gesänge zu interpretieren.
Unvergessliches Erlebnis
Ich weiß gar nicht wie lange wir insgesamt unterwegs waren, aber dieses Erlebnis mit den Delphinen war einmalig und unvergesslich für mich. Eines der größten Highlights auf meiner Reise, neben den Kängurus in Australien.

